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4. Konferenz

Pressebericht

12. März 2010



Presseberichte: Dr. Friedrich | Frankenpost

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Vielfache Wege zum Sparen
Marktredwitz, 14.10.2010 20:12


Vielfache Wege zum Sparen

Marktredwitz  Foto: Prof. Dr. Jürgen Lehmann Neue Wege in der Energiepolitik und ein möglicher Weg zu einem Energie-Netzwerk Hochfranken waren die Themen einer Energiekonferenz im Marktredwitzer Ost-West-Kompetenzzentrum.

Zu der Konferenz hieß der CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Peter Friedrich eine ganze Reihe von Unternehmern aus der Region willkommen. Wenn man mit regenerativen und alternativen Energien weiterkommen wolle, müsse man auch die Kommunalpolitik verstärkt mit einbinden. Das wirtschaftliche Wohl und Wehe dürfe nicht weiterhin vom Öl oder Gas abhängig sein.

Professor Dr. Jürgen Lehmann, Präsident der Hochschule Hof, zeichnete die Vision von einer "Green-Technik-Region Oberfranken". Dieses ehrgeizige Ziel sei aber nur zu erreichen, wenn sich alle Kräfte in der Region bündeln lassen. Wenn man sich hier alleine auf die Zulieferindustrie für Automobile verlasse, habe man in den nächsten fünf bis zehn Jahren die nächste Wirtschaftskrise. Dabei könne man doch in der Region auf innovative Unternehmen zurückgreifen, um jungen Menschen eine Perspektive zu bieten.


Potenzial der Geothermie

Der Hochschulpräsident nannte Firmen wie Vissmann, Rehau AG bis Purus und BASF Wall Systems (Colfirmit). Auch in der Filtertechnik schlummerten noch große Möglichkeiten. So würden heute noch wertvolle Rohstoffe wie Phosphor in die Kläranlage gespült und nicht zurückgewonnen. Ein Riesen-Potenzial sieht der Professor in der Abteilung des Landesamtes für Umwelt in Marktredwitz, die sich mit Geothermie befasse. Lehmann unterstrich auch die Bedeutung von Hochschulen für strukturschwache Gebiete. Wenn hier keine qualifizierten Kräfte mehr vor Ort ausgebildet würden, seien auch bald die Technologiefirmen aus der Region weg.

In der Diskussion unterstrich Friedrich die Bedeutung einer Hochschule für Marktredwitz. Auf dieses Thema angesprochen, äußerte sich der Hochschulpräsident eher vorsichtig. Ein Technologie-Förderzentrum, das weiterentwickelt werde, könnte hier ein Grundstock sein. Man müsse aber auch aufpassen, dass man sich in der Region nicht verzettle angesichts der in den nächsten Jahren eher abnehmenden Zahl von Studenten.


Nicht verschwenden

Dr. Richard Fackler, Vizepräsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, behandelte das Thema "Energieeffizienz". Das größte Einsparungspotenzial liege hier im Bereich der privaten Haushalte, die immerhin rund 45 Prozent der Energie verbrauchten. Hier müsse der Weg zum Null-Energie- oder noch besser zum Energie-Plus-Haus führen, das sogar noch Energieproduziere. Energie, die eingespart werde, müsse man nicht teuer einkaufen. Es nütze aber auch wenig, wenn man alternative Energien ausbaue, diese aber dann verschwende. Der Vizepräsident wies darauf hin, dass in der Außenstelle Marktredwitz speziell Fragen der Geothermie erkundet und eine eigene Kartierung darüber angefertigt werde, die dann im Internet jedem "Häuslebauer" zur Verfügung stehe.

Joachim Fürbringer von der Firma BASF Wall Systems (Colfirmit) in Marktredwitz unterstrich, dass mit Dämmung eingesparte Energie nicht mühsam gewonnen und gekauft werden müsse. Der Markt für spezielle Dämmsysteme wachse stetig. Zwar sei die Zahl von Neubauten stark zurückgegangen. In den nächsten Jahren aber müssten noch rund 20 Millionen Wohneinheiten in Deutschland energetisch saniert werden. Das sei ein Wachstumsmarkt für Jahrzehnte. Er bedauerte, dass die Möglichkeiten für staatliche Fördergelder dafür in rund 4000 Programme aufgesplittert seien.

Jürgen Manzei von der Firma Purus in Arzberg erläuterte, dass die Firma mit 80 Arbeitskräften innovative Produkte wie Paletten und Gitterraster aus Plastikabfällen herstelle und zu 80 Prozent exportiere. Derzeit werde erweitert. Mit Hilfe einer benachbarten Biogasanlage spare man Energie, rund 22 000 Tonnen Öl im Jahr.

Geschäftsführer Manfred Dollinger von der Firma ABM Greiffenberger Antriebssysteme aus Marktredwitz schilderte die Entwicklung auf dem Markt der Elektromotoren und Getriebe, die ABM für Hebe- und Fördertechnik vom Hubwagen bis zum Kran herstelle. Für die Beförderungstechnik von Pelletheizungen habe man inzwischen eigene Systeme entwickelt. Auch bei Hydrauliklösungen für die Ladetechnik bei Lastwagen sei man inzwischen gut im Geschäft, weil der Elektroantrieb dem mit Hydrauliköl arbeitenden Antrieb überlegen sei.

Heinrich Schimmel, Geschäftsführer der EnergieEinsparung Oberfranken GmbH, zeigte sich beeindruckt von den innovativen Firmen.

Von Herbert Scharf. Alle Rechte vorbehalten.



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