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1. Konferenz

Pressebericht

11. März 2009



Pressebericht

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Der Energie-Mix macht's
Hofer Land, 11.03.2009 21:28


Der Energie-Mix macht's

Hof  Foto: Biogas aus Anlagen Der Bund Naturschutz redet mittlerweile seit Jahren darüber, nun formiert sich eine breitere Front, die sich dafür stark macht: eine Region, in der so viel Strom und Wärme produziert wird, wie sie selbst braucht und zwar günstig und umweltfreundlich. Gestern hatte der Hofer Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Friedrich zur Energiekonferenz für Hochfranken nach Hof geladen, mit am Tisch saßen Vertreter aus den Sparten Solar, Wind, Wasser, Holz und Biogas. Dazu gesellt hatten sich auch Dr. Karlheinz Marquardt vom Institut für Wirtschaftsökologie sowie Wolfgang Degelmann vom Hofer Bund Naturschutz


Weg vom Öl:

Die Vielfalt am Tisch erklärte Friedrich mit der notwendigen Vielfalt, derer es bedarf, wenn man weg will vom teuren Öl, den klimaschädlichen Gasen und sich auch dem weltweit steigenden Hunger nach Energie entziehen will. Ob Sonne, Wind oder Biogas, jede Form allein richte nicht viel aus und bringe auch Nachteile mit sich. Damit meinte der christsoziale Politiker auch die Kernenergie. Die gehört auch zum Energiemix.

Dass in den kommenden Jahrzehnten die Region komplett anders mit Energie versorgt werden muss als heute, dies unterstrich auch Konstantin Hopf, Schüler am Hofer Schiller-Gymnasium und Vertreter des Projekts H.O.F.E.R. Schüler für den Klimaschutz. Ihm kam es auch auf die Wertschöpfung für die Region an, denn vom vor Ort produzierten Strom müssen auch die Bürger profitieren.

So schwebt es Friedrich und allen anderen vor, künftig enger zusammenzuarbeiten und sich regelmäßig zu treffen, bis ein greifbares, tragfähiges Konzept Hochfranken unabhängig machen kann. Eingebunden werden soll demnach auch jede Kommune, die laut Friedrich ihrerseits viel zur Umsetzung der Vision beitragen kann. Allerdings müsse auch viel getan werden, um bürokratische Hürden möglichst niedrig zu halten, wobei der Gesetzgeber gefordert sei.

 Foto: Biogas aus Anlagen Die, die den Strom und die Wärme liefern können, stehen nach eigenem Bekunden bereit. Fritz Maier, Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten, machte klar, dass man etwa Hackschnitzel in enormen Mengen liefern könne. Bislang aber verfüge der Forstbetrieb in den Landkreisen Hof und Wunsiedel aber über keinen großen Abnehmer, man verkaufe das Holz daher aus der Region heraus. Durchaus denkbar sei auch die eigene Energieproduktion. Ulrich Lenz zufolge habe die Region noch große Kapazitäten bei der Windkraft. Der Geschäftsführer der Firma Ostwind geht davon aus, dass Oberfranken 290 Anlagen verkraften könnte, mit denen 15 Prozent des Strombedarfs gedeckt werden könnten.

Dr. Karlheinz Marquardt machte sich für Solarenergie stark. Zwar habe man sich inzwischen längst an Anlagen auf Dächern gewöhnt. Effektiv werde diese Form der Energieerzeugung aber erst, wenn man großflächige Anlagen einsetzt. Allerdings, merkte er an, müsse hierzu erst das Energie-Einspeisungsgesetz geändert werden, damit Landwirte einen entsprechenden Anreiz hätten.

Die Biogas-Anlage, wie sie derzeit in Hof entsteht und die größte in Oberfranken werden soll, ist nach den Worten des zukünftigen Betreibers Johann Rohrmüller erst ein Anfang. Sobald an anderen Standorten Abnehmer für die Wärme gefunden seien, würden weitere Folgen.

Weniger Potenzial zum Wachstum hat dagegen die Wasserkraft. Franz Zwurtschek, Vertreter des Hofer Wasserwirtschaftsamtes, sagte in der Runde, dass die Kapazitäten regional begrenzt seien. Bestehende Anlagen könne man unter Umständen noch erweitern, neuen jedoch gab er keine Chance zur Verwirklichung. Allerdings sehe er bei der Geothermie noch einiges an Wachstumsmöglichkeiten.


Netz in staatliche Hände:

 Foto: Biogas aus Anlagen Auch wenn die jeweiligen Beteiligten bereit seien und sich der Mix auch dauerhaft rechne, so müssen laut Friedrich noch einige Dinge passieren, die die Region nicht in der Hand habe. Ein wichtiger Faktor sei etwa die Entkopplung von Netz und Versorger. Die großen Konzerne hätten ein natürliches Monopol, das müsse durchbrochen werden. Friedrich: Es war ein Fehler, das Netz in private Hände zu geben, es gehört in staatliche. Denn das Netz gehöre ebenso zur bedeutenden Infrastruktur eines Landes wie Schienen und Straßen.

Mittelfristig werde man, so der Abgeordnete weiter, noch auf große Kraftwerke angewiesen sein, doch sogenannten virtuellen Kraftwerke räume er große Chancen ein. Dies sind seinen Worten zufolge gebündelte, kleine Stromerzeugungsanlagen, die zentral gesteuert die Stromversorgung einer Region gewährleisten. Leistungslücken könnten kleine Gaskraftwerke schließen.

Zuletzt ergriff BN-Vertreter Wolfgang Degelmann das Wort. Er machte sich dafür stark, möglichst schnell zu handeln und die Energieregion Hochfranken voranzubringen: Nutzen wir die Gunst der Stunde. Wir haben aktuell die Förderprogramm, das Energie-Einspeisungsgesetz und niedrige Zinsen.

Von Harald Werder. Alle Rechte vorbehalten.